Kreishandwerkerschaft Rottweil

Lossprechungsfeier am 20. Oktober 2018 um 17.00 Uhr  in der ehemaligen Klosterkirche in Oberndorf.

Bei der Freisprechung in Oberndorf wurden 17 weibliche und  93 männliche ehemaligen Auszubildenden in den Gesellenstand erhoben.

Kreishandwerksmeister, Andreas Frank begrüßte zu Beginn alle Gesellen und Gesellinnen mit den Worten: 
Heute ist Euer Tag, Heute könnet Ihr die Früchte  eurer Arbeit ernten. Viele Menschen haben Euch auf Eurem Weg bis hin zum Gesellenbrief unterstützt: Eure Eltern und Großeltern, die Ausbilder und die Kollegen in Ihrem Betrieb, die Lehrkräfte an den Schulen und in der Bildungsakademie, bestimmt auch Eure Freunde und Bekannten. Viele von Ihnen haben Euch  auf dem – für den Einen oder Anderen vielleicht nicht ganz so Einfachen Weg – motiviert und unterstützt. Und sind heute bestimmt ganz besonders stolz auf euch.

Und auch ich und meine Kollegen, die schon seit vielen Jahren oder auch Jahrzehnten im Handwerk tätig sind, freuen sich über das was ihr In den letzten Jahren geleistet und mit der bestandenen Prüfung bezeugt habt.

Und deshalb können wir heute an 107 Gesellen davon 17 weiblichen und 90 männlichen aus 34 Gewerken die Gesellenbriefe überreichen. Herzlichen Glückwunsch!

Dann begrüßte er CDU-Bundestagsabgeordneter Volker Kauder, den Ersten Beigeordneten der Stadt Oberndorf Lothar Kopf sowie zahlreiche  Vertreter aus Politik und Handwerk, von den Landkreisen, Kommunen,  Schulen, Krankenkassen, Versicherungen Banken und der Polizei. 

Als die Grußworte vom ersten Beigeordneten der Stadt Oberndorf, Herrn Lothar Kopf der ein Zwischenapplaus bekam für den Satz „Unser Land braucht Handwerker und nicht nur Akademiker." Das  Handwerk sei innovativ, nachhaltig, zukunftssicher und kreativ hatte  Studiendirektor Rainer Leuthner, stellvertretender Schulleiter der Erich Hauser-Gewerbeschule Rottweil und Leiter der zweijährigen Berufsfach-Schule das Wort.

Er ging auf die Digitalisierung im Handwerk ein. Doch eins ist er sich sicher, es könne weder ein Haus per App gestrichen noch eine Handwerksleistung aus dem Internet heruntergeladen werden, so dass das Werk der Hände von Handwerkers-Arbeit etwas einzigartiges, wichtiges und wertvolles bleibe.

Die Festansprache hielt Thomas Möller, Hauptgeschäftsführer der  Bauwirtschaft Baden-Württemberg.

Liebe Junggesellinnen und Junggesellen, meine sehr geehrten Damen und Herren, man hat ein beeindruckendes Bild von hier vorne, liegt nicht nur an der Architektur der ehemaligen – ihr braucht auch keine Angst vor der Freisprechungszeremonie zu haben:

Früher war das anders: da wurden anlässlich der Freisprechung die Tischlerlehrlinge gehobelt (die Lehrlinge wurden auf die Hobelbank gelegt und die Holzwerkzeuge wurden an ihnen ausprobiert), die Schumacherlehrlinge wurden geschliffen (von den Zunftmitgliedern geschlagen, geohrfeigt und mit Bier übergossen), bei den Schlosserlehrlingen wurde dies Beißen genannt (ein Werkzeugschlüssel wurde in den Mund gesteckt, um symbolisch die Zunge zu lösen, damit der neue Geselle fortan mitreden durfte) und bei den Metzgern gab es den Metzgersprung (mit anschließendem Sprung der Lehrlinge in einen Brunnen, um sie von ihren Jugendsünden freizuwaschen).
Heute müsst Ihr lediglich eine Rede über Euch ergehen lassen.

Und dann haben die Organisatoren ausgerechnet jemand um die Festansprache gebeten, der schon stark ergraut ist Euch gleich ein paar Ratschläge geben will.

Euch, die Ihr doch allen bewiesen habt, dass ihr leistungsfähig und erfolgreich seid, Euch, um die uns die ganze Welt beneidet; was braucht Ihr da überhaupt Ratschläge und dann noch von einem, der fast Euer Großvater sein könnte?

Nun, ich schlage vor, ihr hört Euch diese Ratschläge trotzdem an. Das Leben / Euer Leben wird – so sehr ich Euch das wünsche – nicht immer nur auf der Überholspur verlaufen. Es wird Momente geben, in denen ihr Hilfe und Zuspruch anderer aber auch Kraft und den Glauben an Eure Fähigkeiten brauchen werdet. 

Die sieben Tipps, die ich Euch gebe sollen helfen, auch schwierige Zeiten erfolgreich zu meistern. Ich wünsche es Euch jedenfalls.

Was rufe ich Euch zu? Zunächst

  1. Setzt Euch Ziele und Herausforderungen und strengt Euch an

    (Demosthenes – Staatsmann Athen; Weichling, Schwächling – Redner – Kieselsteine in Mund gegen Brandung)

    (Oliver Kahn) – 2. Torwart A-Jugend
    (Thomas Alva Edison, vor nahezu 140 Jahren Erfinder Glühbirne, Ausbreitung Elektrizität - was macht ein Genie aus? 99% Transpiration und 1% Inspiration)

  2. Also: Bildet Euch weiter

    (Lernen ist wie Rudern gegen den Strom, sobald man aufhört, treibt man zurück)
    (Bibel: Talente nicht vergraben)

  3. Lasst Euch von Fehlschlägen nicht entmutigen

    Scheitern ist keine Schande, einen falschen Weg einzuschlagen ist nur dann ein Fehler, wenn man nicht umdreht, nachdem man den Fehler bemerkt hat. Ihr habt das Recht und die Pflicht, neue Wege, neue Ideen zu testen. Wie wollt ihr sonst vorankommen?
    Prominente Vorbilder:
    (Abraham Lincoln – 7 Wahlniederlagen, Henry Ford – 3 x mit Firmen gescheitert, Erfolg erst mit 53, Bill Gates – Microsoft – erstes Geschäft Fehlschlag, Steve Jobs – Gründer Apple, mit 30 aus eigener Firma geworfen, später zurück IPhone; J.K. Rowling – Harry Potter, arbeitslos, geschieden, eine Tochter, 12 Verlage haben ihr Manuskript zurückgewiesen)

  4. Also: Glaubt an Euch

    Albert Einstein hat an sich geglaubt – konnte erst mit vier sprechen, Lehrer: geistig langsam, Thomas Alva Edison - Lehrer: zu dumm, um irgendetwas zu lernen;  Steve Jones – Wales 10.000 m –Läufer – Leute sagten ihm: nicht genug Ausdauer, keinen Schlussspurt, kann Rennen nicht gewinnen, erzählten ihm viele Dinge, was sie ihm nicht erzählten war wie man verliert

    Vincent van Gogh, Briefe an jüngeren Bruder wegen Geld, kein Nichtstuer aus Faulheit sondern ein Nichtstuer wider Willen. Ich bin doch zu irgendetwas gut. Buchhändlergehilfe, Hilfslehrer, Theologiestudium-Missionar, Vorschlag der Verwandten: Buchhalter, Schreinerhandwerk, Bäcker. Dann Leidenschaft für Malen. Ich kann nichts dafür, dass meine Bilder sich nicht verkaufen lassen. Aber es wird die Zeit kommen, da die Menschen erkennen, dass sie mehr wert sind als das Geld für die Farbe. 130 Jahr später. Glaubt an Euch!

  5. Hebt aber nicht ab, seid nicht überheblich

    Seid Euch Euren Stärken bewusst aber bleibt auf dem Boden. Römischer Feldherr mit Pferdegespann, Sklave Lorbeerkranz, bedenke, dass Du nur ein Mensch bist.

  6. Seid dankbar

    Eltern, Verwandte, Freunde und Freundinnen, Ausbilder, Firmenchefs, die an Euch geglaubt und Euch unterstützt haben; auch wenn ihr das nicht immer gleich begriffen habt.

  7. Lasst andere an Euren Erfolgen teilhaben und gebt etwas zurück

    Nehmt die mit, die Eure Hilfe brauchen, so wie ihr auch Hilfe empfangen habt. Geht auf die zu, die sich schwer tun, die fremd und unbeholfen sind. Das nützt ihr nicht nur denen sondern auch Euch und der Gesellschaft.

    John F. Kennedy: Frage nicht, was Dein Land für Dich tun kann, sondern frage vielmehr, was Du für Dein Land tun kannst.

    Damit eine Gesellschaft (eine Region) erfolgreich ist, braucht sie laut Richard Florida, dem Autor von "Der Aufstieg der kreativen Klasse" die 3 T`s. (Technik, Talente Toleranz); Ihr ertragt seit vielen Jahren die Badener, dann werdet ihr auch Menschen aus andere Kulturen bei Euch aufnehmen können.

    Euch gehört die Zukunft, ihr gestaltet Euer Umfeld und damit auch unsere Gesellschaft in den nächsten Jahrzehnten maßgeblich mit. Ob Euer Zuhause, Eure Heimat, die Region, in der ihr lebt und arbeitet liebens- und lebenswert ist, liegt vor allem in Eurer Hand.  Ihr habt die Macht, etwas zu verändern. Bedenkt aber, dass aus großer Macht auch eine große Verantwortung folgt.

    Seid Euch Eurer Verantwortung bewusst und nutzt Eure Chancen. Wir vertrauen Euch, werden Euch unterstützen, sind dankbar für Euren Einsatz und unwahrscheinlich stolz auf diese Jugend.

Präsident der Handwerkskammer Konstanz verzichtete auf sein Vorbereitestes Konzept, da er sich nur noch an seine Vorredner  anschließen konnte. Als Ausdruck für die guten Zukunftschancen des  Nachwuchses nannte er den Anwesenden die Anzahl von 6600   Betrieben im Kammerbezirk, die voraussichtlich  in den nächsten   Zehn Jahren nach Nachfolgern für die Übergabe suchen werden.  Anhaltender Applaus folgte dem feierlichen Augenblick als Präsident   Herr Gotthard Reiner zum traditionellen Ritual überging. Er bat die  Junghandwerkerinnen und Junghandwerker, sich von ihren Plätzen zu  erheben und sprach die feierliche Formel:

„Hiermit spreche ich sie frei und erhebe euch in den Gesellenstand“  Danach erfolgten die Ehrungen, Innungssieger, Kammersieger und  Landessieger die Frau Angelika Rauser vornahm.

Der Beton und Stahlbetonbauer Herr Gerhard Sachse kam extra Aus Namibia angereist um seine Urkunde als erster Kammersieger abzuholen. 

Seinen Gesellenbrief, Prüfungszeugnis und die Urkunde als Innungssieger holte er bereits auf der Geschäftsstelle ab da   sein Ausbildungsbetrieb, Fa. Stumpp nicht weit davon entfernt ist.  Er verließ die Geschäftsstelle mit den Worten, jetzt fliegt er in die  Heimat zurück und baut dort Ferienhäuser in deutscher Qualität. 

Danach bat man alle Junggesellen und Junggesellinnen auf die Bühne, dort bekamen sie von den Innungsobermeistern die Gesellenbriefe überreicht.

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